Masse oder Quote? – Das ist hier die Frage!

Die DEL-Clubs und Ihre Problematik mit den Multifunktionsarenen…  

 

Nach jedem Spieltag veröffentlicht die Deutsche Eishockey Liga die offiziellen Zahlen. Ein wichtige Kategorie dabei ist die Zuschauerstatistik. Angegeben wird die gesamte Besucherzahl der Saison, die Anzahl der Spiele und der daraus errechnete Schnitt. Der Führende der Statistik wird über den Schnitt ermittelt. Ist das sinnvoll oder nicht?

 

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Frägt man die Verantwortlichen der Düseldorf Metro Stars oder der Kölner Haie wird die Antwort wohl sehr zweideutig ausfallen! Immerhin stehen die Clubs auf den Positionen 5 bzw. 3 der aktuellen Zuschauerstatistik. Die Wirtschaftlichkeit bleibt dabei unberücksichtigt. Sowohl Metro Stars als auch Haie sind nicht zufrieden mit dem „Ertrag“ ihrer Heimspiele. Die Lanxess Arena wirft z.B. nur Gewinn ab, wenn mindestens 12.000 Zuschauer zu einem Spiel kommen (und auch bezahlen!). Das bedeutet ein Auslastung von rund 67%. Die Auslastung liegt bei einem derzeitigen Schnitt von ungefähr 8600 Zuschauern mit 48% deutlich unter dem „Break-Even-Point“. Der wahre Krösus ist also der Club mit der besten Auslastungsquote. Unter Berücksichtigung dieser Quote würde eine Zuschauerstatistik deutlich anders aussehen.

 

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Zwar liegen die Eisbären Berlin immernoch ganz oben im Tableau. Jedoch gibt es an der zweiten Position schon die erste einschneidende Änderung. Die Panther aus Ingolstadt besetzen mit ihrer kleinen Saturn Arena den zweiten Platz. Auch die Tigers aus Straubing sind deutlich weiter oben zu finden. An vierter Stelle rangieren die Iserlohn RoostersMannheim rutscht etwas ab, hält sich aber immer noch im oberen Drittel der Statistik. Das Interessante an dieser Statistik ist, daß die Top 5 Vereine seit Jahren ohne finanzielle Schwierigkeiten sehr bodenständig arbeiten. Zwar betonen Clubmanager aus Iserlohn oder Straubing stets, daß Sie sich keine großen Einkäufe auf dem Spielermarkt leisten können. Auf der anderen Seite scheint es die Fans nicht zu verdrießen. Zuletzt konnte der EHC München gegen Augsburg zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte sein Stadion ganz füllen. Sofort zog man in Erwägung derartige Spiele in der benachbarten Olympiahalle (=Austragungsort des Deutschland-Cup) auszutragen, da man mehr Karten verkaufen hätte können. Doch stärkt Knappheit nicht das Angebot?

Diese Frage müssen sich die Clubchefs eigentlich stellen, wenn es darum geht in gößeren Hallen zu spielen oder nicht! Je höher die Quote für die Auslastung liegt, desto eher kann auch der Preis für Eintrittskarten erhöht werden. Weniger Masse aber mehr Gewinn. Dies ist eine harte These für die angestammten Clubs aus Köln, Düsseldorf, Krefeld oder Hannover. Doch es sind genau diese Vereine, die in den letzten Jahren auf Grund finanzieller Schwierigkeiten in die Medien gerieten. Daß es zwischen Auslastung und finanzieller Situation einen direkten Zusammenhang gibt, kann hier nicht bewiesen werden. Die Indizien deuten es allerdings ein wenig an. Die Metro Stars haben sogar schon in Erwägung gezogen, Heimspiele wieder an der Brehmstraße auszutragen. Vielleicht sollte man das einfach mal testen. Schlimmer als im ISS Dome zu spielen wird es kaum sein. Und vielleicht macht man dort bei einem Heimspiel auch wieder Gewinn? Die Scorpions könnten ihrerseits den Pferdeturm testen! – Falls man sich mit den benachbarten Indians einigen kann.

Wieso eigentlich neda? – Manchmal ist weniger tatsächlich mehr!

Über Manuel Hiemer

Vizepräsident Landeseissportverband Sachsen-Anhalt; Vorstand Eis- und Sportverein Halle (Saale) e.V.; Inhaber M Solutionis (Online Marketing Agentur); ehem. Eishockeyspieler (EHC München, Dragodiles Bad Aibling, EV Landsberg, Star Bulls Rosenheim, Bemidji State Beavers, Silver Bay Mariners, Sportbund DJK Rosenheim)

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